Geschichte


Inkunabel aus dem Diözesanmuseum

Die erste Siedlung gab es in hier schon ca. 3000 v. Ch. Gegen 1000 v. Ch. entstand die Siedlung der bronzezeitlichen Lausitzer Kultur und gegen 500 v. Ch. eine eisenzeitliche Siedlung der Pommerellischen Gesichtsurnenkultur (auch Pomoranische Kultur genannt).  Die Werkzeuge aus dieser Zeit sind im Museum für Geschichte in Włoclawek zu besichtigen.

Im 11. Jahrhundert entstand lt. der Chronik von Gall Annonim an der Weichsel eine mittelalterliche Siedlung, die seit 1123 der Sitz eines dem Erzbischof unterstellten Bistums war. 1261 erhielt Vladislavia die Stadtrechte nach Kulmer Recht. Beachtenswert ist, dass im Mittelalter Włocławek die drittgrößte Stadt in Polen war. Hier lebten über 2000 Ritter. Schon im Jahre 1207 wurde die Kathedralschule gegründet und 1222 nach dem Abbruch der hölzernen Kirche am selben Platz eine romanische Kathedrale. In Vladislavia gab es bedeutende Zusammenkünfte, so z.B. im Jahr 1337 (Treffen dreier Monarchen, dem polnischen Kasimir der Große (poln. Kazimierz Wielki), dem tschechischen König Johann von Böhmen und dem Hochmeister des Deutschen Ordens und im Jahr 1397 ein Treffen der polnischen Königin Jadwiga mit Konrad von Jungingen.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Stadt mehrfach von Deutschen Ordensrittern zerstört und anschließend unterworfen. Aus dieser Zeit stammt auch der deutsche Name Leslau, wahrscheinlich haben diese Bezeichnung zum ersten Mal die Ritter des Deutschen Orden genutzt. Erst der Friedensvertrag von Thorn 1466 sicherte den Frieden.

In der Zeit danach blühte vor allem der Getreidehandel, in der Stadt wurden dafür 27 (!)  Getreidespeicher genutzt. Włoclawek war zweitgrößtes Getreidezentrum Polens (nach Danzig/ Gdańsk). Leider zerstörte die Schwedische Invasion 1567 weite Teile Polens, darunter auch Włocławek. Viele polnische Könige hatten hier kurze Aufenthalte.

Nach der zweiten Teilung Polens fiel Włocławek 1793 an Preußen. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Stadt Bestandteil des neu gebildeten Kongresspolen. 1831 wurde die Stadt von Russland okkupiert.

Der Erste Weltkrieg zerstörte den Industriestandort. Am 11.11.1918 erhielt Polen und somit auch Włocławek die Unabhängigkeit. Kurz danach (1920) wurde die Stadt in den polnisch-sowjetischen Krieg verwickelt.

Die Stadt gehörte während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) zum Reichsgau Wartheland im Deutschen Reich (Stadt- und Landkreis Leslau).  Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem ein Drittel der Stadt zerstört wurde, folgte in den Nachkriegsjahren der Wiederaufbau von Fabriken und Werkstätten. 1966 wurde der Bau der gewaltigen Chemiewerke ZAW begonnen (jetzt Anwil SA). Seit 1969 besitzt die Stadt eine Schleusenanlage, die den Wasserstand der Weichsel reguliert. Im Jahre 1991 war Papst Johannes Paul II. in der Stadt zu Besuch.

Viele wichtige Sehenswürdigkeiten wurden leider im Laufe der Zeit zerstört, so z.B. die  Bischofsburg und der Dom in romanischen Stil, die Fürstenburg, das Rathaus am Altmarkt, der Kirchen- und Klosterkomplex des heiligen Gotthard der Zisterzienser, die mittelalterliche Altstadt, die Synagogen oder die russisch-orthodoxe Kirche am Freiheitsplatz.

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Die Autoren der Seiten "Unbekanntes Włocławek" :

Text: Amadeusz Majtka, Thomas Schön, Christopher Schön
Fotos: Amadeusz Majtka, Touristische Information in Włocławek, W. Balczewski, Diözesanmuseum
Stadtführer Amadeusz Majtka
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