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Als ich Mitte der neunziger Jahre mit meinen "Schnittbildern", den Farbkonstruktionen und -verstrebungen, begann, bildete für mich die real-räumliche Situation des "Davor" und "Dahinter" eine ganz neue Erfahrung. Da die Farbe eine andere Raumpräsenz besitzt, ist es möglich, mit ihr diese Situation vollkommen zu konterkarieren. Hinzu kam ebenso der Schattenwurf, mit dem ich jetzt beim Arbeiten konfrontiert wurde. Ich unterstützte ihn oder wirkte ihm entgegen. Meine Bilder erhielten zunehmend Tiefe in den Raum hinein und blieben dennoch flächig: gleichsam verschiedene Bilder in einem einzigen, wechselnd mit dem jeweiligen Stand des Schauenden.

Etwas voreilige Betrachter könnten nach flüchtigem Blick schnell bereit sein, die Konstruktivismus-Schublade zu öffnen. Doch befänden sich meine Bilder darin am falschen Ort. Nach möglichen Verwandtschaften befragt, würde ich vielleicht einzig auf die Musik (z.B. die höfisch-japanische) und ihren Klang-Raum-Bau in der Balance von Ton und Nicht-Ton verweisen wollen.
Inga Rensch

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